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eQualPro-Konferenz in Luxemburg: CGFP und CESI geben Impulse für eine gerechte und inklusive Arbeitswelt

15.01.2026

eQualPro-Konferenz in Luxemburg:  CGFP und CESI geben Impulse für eine gerechte und inklusive Arbeitswelt
Im Rahmen des europäischen Projekts eQual Pro lud die CGFP gemeinsam mit der Europäischen Union Unabhängiger Gewerkschaften (CESI) an diesem Donnerstag zu einer Fachkonferenz ein. Unter dem Motto „Gleichstellung am Arbeitsplatz in Europa: die Vergangenheit ehren, die Gegenwart gestalten, die Zukunft bauen“ diskutierten Vertreter*innen aus Politik, Institutionen und Arbeitnehmervertretungen aktuelle Entwicklungen, Herausforderungen und Chancen europäischer Gleichstellungsinitiativen.
 
Moderiert wurde die Veranstaltung von Carmen Jaffke, Mitglied des CGFP-Verwaltungsrats. Die Fachkonferenz bot eine Plattform für den Austausch zwischen Expert*innen und Entscheidungsträger*innen. Dabei wurde der Fokus auf die Rolle der EU-Gleichstellungspolitik sowie auf die Chancen der digitalen Transformation und des Einsatzes künstlicher Intelligenz für eine inklusive und gerechte Arbeitswelt gerichtet.
 
Romain Wolff, Präsident der CGFP und der CESI, sowie CESI-Generalsekretär Klaus Heeger eröffneten die Tagung und luden die Teilnehmer zu einem engagierten und konstruktiven Austausch ein. Ziel des Forums war es, aktuelle Entwicklungen, Herausforderungen und Chancen europäischer Gleichstellungsinitiativen praxisnah zu diskutieren. Dabei rückte insbesondere die Rolle der EU-Gleichstellungspolitik für Luxemburg in den Fokus. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf den Möglichkeiten, die der digitale Wandel und der Einsatz künstlicher Intelligenz für eine inklusive und gerechte Arbeitswelt eröffnen.
 
Stevie Kosch, Rechtsberaterin der CGFP, beleuchtete zunächst die Rolle der EU bei der Förderung der Gleichstellung und zog dabei eine Bilanz der bislang erzielten Fortschritte. Nach diesem Rückblick legten namhafte Redner*innen ihre Standpunkte und Einschätzungen dar, die im Publikum auf großes Interesse stießen.
 
Aufbruch zu einer inklusiven Arbeitswelt
 
Den Auftakt machte Serge Wilmes, Minister des öffentlichen Dienstes, der die Bedeutung einer modernen und inklusiven Verwaltung hervorhob. Dabei betonte er, dass bestehende oder vergangene Ungerechtigkeiten nicht in die digitale Welt übertragen werden dürften. Die Digitalisierung müsse vielmehr als Hebel genutzt werden, um eine gerechtere und inklusivere Verwaltung weiter auszubauen.
 
Anschließend präsentierte die Ministerin für Digitalisierung, Stéphanie Obertin die Leitlinien einer inklusiven Digitalstrategie. Im Mittelpunkt stand der Aufbau einer digitalen Gesellschaft, in der niemand zurückgelassen wird und alle Bürger:innen – unabhängig von Herkunft und sozialem Umfeld – die Möglichkeit haben, aktiv an der digitalen Welt teilzunehmen. Die digitale Transformation ergebe nur dann Sinn, wenn sie menschlich, sozial und inklusiv gestaltet sei.
 
Claude Wiseler, Präsident der Abgeordnetenkammer, brachte einen rechtlichen und institutionellen Blickwinkel in die Diskussion ein. Er ging auf die Rolle des Gesetzgebers und die demokratische Verantwortung ein, den Schutz der Gleichstellung auch im digitalen Raum sicherzustellen. Die Digitalisierung erfordere politische Maßnahmen, um klare deontologische Leitplanken zu setzen. Gleichzeitig gelte es, die Regulierungen so auszugestalten, dass sie Innovation und Entwicklung nicht ausbremsten und die Wettbewerbsfähigkeit nicht gefährden würden.
 
Den europäischen Kontext erläuterte Anne Calteux, Vertreterin der Europäischen Kommission in Luxemburg. Sie zeigte auf, wie die EU im Rahmen der digitalen Dekade und der Regulierung künstlicher Intelligenz die Gleichstellung der Geschlechter gezielt unterstützt. Europäische Initiativen und gemeinsame Standards sollen dabei helfen, Innovation und Grundrechte in Einklang zu bringen und eine faire digitale Transformation zu fördern. Chancengleichheit sei kein “nice to have”, sondern eine Grundvoraussetzung, hieß es. Ziel sei es, gemeinsam mit den EU-Mitgliedsstaaten an der Spitze der digitalen Transformation zu stehen und langfristig eine Gesellschaft zu fördern, in der sich jeder privat wie beruflich bestmöglich entfalten kann.
 
Vernetzt denken, fair handeln
 
Die Konferenz wurde mit einer hochkarätigen Podiumsdiskussion zur Gleichstellung der Geschlechter in der Arbeitswelt abgeschlossen. An der Runde nahmen Parlamentspräsident Claude Wiseler, die Minister Serge Wilmes und Stéphanie Obertin, Mona Guirsch, Präsidentin der Berufskammer aller öffentlich Bediensteten, sowie Marilème Marques, Mitglied des CGFP-Exekutivkomitees, teil.
 
Eine zentrale Erkenntnis der Konferenz war, dass Gleichstellung, Digitalisierung und Regulierung eng miteinander verknüpft sind. Die Debatte lieferte wertvolle Anstöße dafür, wie eine moderne Verwaltung und eine digitale Gesellschaft gestaltet werden können, die Chancengleichheit, Teilhabe und Nachhaltigkeit langfristig sichern. Den Abschluss bildete ein geselliger Austausch, der die Gespräche weiter vertiefte.