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Proaktiv

03.06.2020

Proaktiv
„Ich meine nicht, dass die“,big four‘ bei der Beratung der Regierung eine große Hilfe sein können. Ich finde allerdings, dass Gewerkschaftsvertreter in dieser Gruppe fehlen. Es geht hier ja auch um die Erwerbstätigen, um Beschäftigte etwa, die in Kurzarbeit sind. Das sind Arbeitnehmer, die auf einmal 20 Prozent weniger verdienen. Auf ein Fünftel eines kleinen Gehalts zu verzichten, ist schmerzhaft. Insofern würde ich es nur normal finden, dass diejenigen, die diese Leute vertreten, in solchen Gruppen aufgenommen werden.“
 
Diese Worte hätten auch von einem Gewerkschaftsvertreter sein können. Sind sie aber nicht! Nein, es war kein Geringerer als der frühere Premierminister und Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, der in der RTL-Sendung „Background“ vom 9. Mai diese zutreffende Aussage gemacht hat.
 
Dass in der Tat versäumt wurde, die Gewerkschaften in die Exit-Strategie einzubinden, hat die CGFP in den vergangenen Wochen gleich mehrfach kritisiert. Als alleinige national repräsentative Berufsorganisation für den öffentlichen Dienst vertritt die CGFP gemäß ihrem Auftrag mit aller Entschlossenheit die Interessen der öffentlich Bediensteten. Und wer könnte die Gegebenheiten und damit die zu treffenden Maßnahmen wohl besser einordnen als diejenigen, die vor Ort arbeiten und somit die Besonderheiten der Räumlichkeiten und der Arbeitsabläufe in den einzelnen Verwaltungen und staatlichen Dienststellen nur allzu gut kennen? – Niemand!
 
Stattdessen auf Theoretiker zu setzen, war und bleibt unseres Erachtens eine Fehlentscheidung erster Güte. Nehmen wir nur ein ganz einfaches Beispiel, um zu verdeutlichen, wie Theorie und Praxis schnell voneinander abweichen können: Dort, wo mehrere Bedienstete sich ein einziges Büro teilen, müssen die Arbeitsplätze so eingerichtet werden, dass ein Mindestabstand von wenigstens zwei Metern eingehalten wird. Das sagen die Theoretiker. Das mag auf den ersten Blick auch sinnvoll klingen. Dass so manche Büroflächen eine derartige Maßnahme allerdings nicht zulassen, weil sie nicht über die erforderliche Quadratmeteranzahl verfügen, wird dabei völlig außer Acht gelassen. Um zu dieser Erkenntnis zu gelangen, bedarf es schon etwas mehr als theoretische Modelle. Und diesen Input hätten Praktiker, sprich deren Vertretungen, im Handumdrehen geben können – und es hätte die Regierung nicht einmal einen Eurocent gekostet.
 
Warum ist es in solchen Fällen nicht möglich, die Belegschaft abwechselnd, d.h. eine Woche über die andere, zum Dienst erscheinen zu lassen? Kostspielige Maßnahmen wie der massenweise Ankauf von Plexiglas, um in aufwendigen Nacht- und Nebelaktionen Schutzwände zu errichten, wären somit zumindest weitgehend entfallen.
 
Dieses Beispiel mag simpel klingen. Stellvertretend für andere, ähnlich gelagerte Fälle zeigt es aber nur allzu gut, dass durch die Einbindung der Personalvertreter eine ganze Reihe an Problemen hätten gelöst werden können, noch bevor sie erst aufgetreten sind.
 
Eine vergleichbare Situation hat es im Übrigen u.a. im Bildungswesen gegeben, wo es zu einem bestimmten Zeitpunkt weitaus mehr Fragen als Antworten gab. Und auch hier wurde den Berufsorganisationen nur bedingt Gehör verliehen.
 
Wer allerdings glaubt, diese alles andere als verantwortungsvolle Haltung aufseiten der Politik hätte die CGFP davon abgehalten, ihre Arbeit zu machen und somit ihrem Auftrag gerecht zu werden, der irrt. Die CGFP wartet nicht darauf, erst gefragt zu werden, bevor sie sich zu relevanten Angelegenheiten äußert. An dieser Grundausrichtung konnten auch die Corona-Krise und ihre weitreichenden Folgen nichts ändern. Denn auch wenn das CGFP-Sekretariat mehr als zwei Monate lang in Heimarbeit tätig war, änderte dieser Umstand nichts daran, dass wir uns bei bedeutsamen Themen mit aller Entschlossenheit einbringen konnten. Eine Auswahl an Themen, mit denen die CGFP in diesen doch recht problematischen Wochen befasst wurde, findet der interessierte Leser übrigens auf den nachfolgenden Seiten.
 
Bezüglich einer sinnvollen, schrittweisen Aufhebung der zur Eindämmung des Covid-19 eingeführten Beschränkungen innerhalb der staatlichen Verwaltungen hat die CGFP ihre Bereitschaft, einen Beitrag zu leisten, gleich mehrmals in entsprechenden Pressemitteilungen zum Ausdruck gebracht. Als dann auch noch ein diesbezügliches Schreiben an Premierminister Xavier Bettel (mit Kopie an Beamtenminister Marc Hansen) nicht das erwünschte Ergebnis erzielte, nahm die CGFP-Exekutive den Entschluss, der Politik nicht weiter hinterherzulaufen, sondern stattdessen proaktiv vorzugehen.
 
So konnte unter Einbindung der CGFP-Fachverbände in kürzester Zeit ein entsprechender Katalog zusammengestellt werden, der sich grob in drei große Kapitel unterteilen lässt: 1. NO-GOs: Es wurden Situationen aufgelistet, die für die CGFP schlicht undenkbar sind.2. Es wurden zweckdienliche Anregungen erarbeitethin zu einer sinnvollen Exit-Strategie für die Verwaltungen und die dort Beschäftigten.3. Es wurden eine ganze Reihe Fragen aufgelistet, die auch kurz vor dem Stichdatum noch immer einer Antwort bedurften. Die Liste war weit gefächert und reichte von der Fortführung der Heimarbeit über eine schrittweise Lockerung der Eindämmung bis hin zur Bereitstellung von spezifischem Schutzmaterial, sowohl für die Bediensteten als auch für die Besucher.
 
Dass die CGFP-Führung die CGFP-Fachverbände in dieses Verfahren mit einbinden wollte, kam nicht von ungefähr, sind es doch gerade sie, die die Vielfalt der CGFP darstellen und die Verhältnisse in den unterschiedlichsten Bereichen wohl am besten beurteilen können.
 
Auch ohne von der Politik eingebunden worden zu sein, hat die CGFP somit einen entscheidenden Beitrag geleistet. Die Verantwortung jedenfalls liegt jetzt bei den politischen Entscheidungsträgern, die das Heft in der Hand halten. Die CGFP hat maßgeblich dazu beigetragen, Meinungen zusammenzutragen und entsprechende Anregungen zu geben. An der Politik ist es nun dafür zu sorgen, dass aus den so gesammelten Erkenntnissen auch Ergebnisse werden. Die Zeit drängt jedenfalls!
 
Steve Heiliger
CGFP-Generalsekretär

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